Viele Menschen greifen bei Fieber automatisch zu fiebersenkenden Medikamenten. Dahinter steckt oft die Sorge, dass hohe Temperaturen dem Körper schaden könnten. Doch Fieber ist keine Fehlfunktion sondern eine wichtige Reaktion des Organismus.
Fieber unterstützt die Abwehr indem es die Bildung von Abwehrzellen fördert und die Vermehrung von Viren und Bakterien hemmt. Gleichzeitig wird der Stoffwechsel angeregt wodurch Giftstoffe schneller ausgeschieden werden.
Studien zeigen dass eine vorschnelle Fiebersenkung die Krankheitsdauer verlängern und Komplikationen begünstigen kann.
Der Körper verfügt über eigene Schutzmechanismen, die das Fieber regulieren. In der Regel steigt es nicht über 41 bis 42 Grad an. Temperaturen in diesem Bereich sind für einen ansonsten gesunden Menschen gut tolerierbar. Gefährlich wird es erst bei Überhitzung, wie etwa bei einem Hitzschlag, nicht bei gewöhnlichem Fieber.
Auch Fieberkrämpfe wirken für Eltern oft sehr beängstigend. Sie treten bei einem kleinen Teil der Kinder auf und verlaufen in den meisten Fällen ohne bleibende Schäden. Wichtig ist eine medizinische Abklärung, wenn ein Anfall länger als 10 Minuten andauert.
Entscheidend ist nicht die Zahl auf dem Thermometer, sondern das Befinden. Wenn jemand stark leidet, erschöpft ist, Schmerzen hat oder nicht zur Ruhe kommt, kann eine Fiebersenkung sinnvoll sein.
Die Homöopathie kann dabei helfen Beschwerden wie Unruhe, Schmerzen oder Schwäche sanft zu begleiten ohne die natürliche Abwehrreaktion zu unterdrücken. So wird der Körper in seinem eigenen Heilungsprozess unterstützt statt gebremst.
Wie verläuft Fieber normalerweise? Welche pflegerischen Massnahmen sollten durchgeführt werden?
Der Körper erhöht die Körpertemperatur durch Muskelzittern und reduziert den Wärmeverlust durch Engstellung der Blutgefässe in der Peripherie des Körpers.
Pflege: warm Anziehen, zudecken, warme Getränke, heisse Bettflasche, aufsteigendes Fussbad unterstützen den Körper die Fieberhöhe rascher zu erreichen. Senken sie in dieser Phase auf keinen Fall das Fieber durch Wickel oder kühle Waschungen. Dies fördert nur das Entstehen von Schüttelfrost und führt zu Unwohlsein des Kranken.
Pflege: Bettruhe, Ruhige Umgebung, Hitzestau vermeiden: Achtung nicht mehr zu warm anziehen (bei Babys evt. Windeln öffnen), nur noch leicht zudecken, Fusssohlenwickel
Flüssigkeitszufuhr: trinken von lauwarmen Flüssigkeiten (Lindenblütentee, Fiebertee, Zitronenwasser, verdünnter Fruchtsaft, Bouillon
Die meisten Fieberkranken haben keinen Appetit. Dies ist ebenfalls eine natürliche Reaktion des Körpers. Er möchte nicht durch Verdauungsarbeit belastet werden. Es ist somit nicht gefährlich, wenn der Kranke nichts isst, solange er ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Aufbauen mit Suppe (Haferschleim, Rüebli-Ingwer, Reissuppe), Zwieback, Darwida, Früchte. Tierische Proteine sollen vermieden werden (kein Fleisch, Milchprodukte)
für geregelte Darmentleerung sorgen
nur bei Beschwerden fiebersenkende Massnahmen:
Wadenwickel, Essigsocken und Fusssohlenwickel (nur auf warmer Haut)
Kühle Waschung mit Fieberwasser (Bergamotte, Zitrone)
Absteigendes Fuss- oder Halbbad bei Kindern
Schwitzen, schlafen, evt. Schwindel, Kollaps
Pflege:
Verschwitzte Kleider und Bettwäsche wechseln
Schlafen lassen
genug Erholung nach dem Fieber ermöglichen (1 Tag fieberfrei vor Arbeit oder Schule), dies verhindert einen Rückfall der Erkrankung
Flüssigkeitsverlust ausgleichen
isotonische Getränke
1 lt Wasser mit 1 EL Zucker und 1 Tel Salz
Apfelschorle
Gerstenwasser:
Man nimmt eine Handvoll Gerste, kocht sie 1 ½ Stunden in 2 Liter Wasser, seiht sie ab und mischt frischen Zitronensaft und jeweils 1 Esslöffel Apfelsaft und Honig hinzu. Fertig ist das erfrischende und sehr gesunde Getränk.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Fieber beim sonst gesunden Menschen nicht gesenkt werden sollte, solange das Wohlbefinden nicht schwer gestört ist. Wichtig ist es begleitend eine gute Pflege durchzuführen und dem Kranken genug Ruhe und Erholung zu gönnen. Ebenso sollte die Ursache für das Fieber gesucht und behandelt werden. Sobald die Ursache behoben ist, wird das Fieber wieder verschwinden.
